Hl. Ursula

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Sankt Ursula  -  eine Märtyrin als Vorbild

Patronin der Gesellschaft ist die heilige Ursula. Eine ausdrückliche Erklärung findet sich dafür in den Quellen nicht. Man kann jedoch annehmen, dass die Legende von "Ursula und ihren elftausend Jungfrauen" Angela besonders angesprochen hat. Sie wird auch in der "Legenda Aurea" ausführlich wiedergegeben und war Angela sicher seit den Erzählungen ihres Vaters in ihrer Kindheit vertraut.

Ursula war nach der Legende Christin und Tochter des Britannischen Königs. Sie wurde von einem heidnischen Königssohn zur Frau begehrt, war jedoch nicht gewillt, ihn zu heiraten, sondern wollte jungfräulich bleiben und sich Gott weihen. Um die Werbung des Königssohnes zu erschweren, ohne sie direkt abzulehnen, was für ihr Volk Kriegsgefahr bedeutet hätte, willigte sie ein, stellte jedoch Bedingungen: Der Bräutigam sollte drei Jahre lang warten und sich taufen lassen; außerdem sollte man ihr elf Schiffe zur Verfügung stellen und ihr einen Zeitraum von drei Jahren gewähren, in dem sie zusammen mit zehn anderen Jungfrauen und elf mal je tausend weiteren Gefährtinnen "ihre Jungfrauschaft Gott weihen" wollte. Das "Heer" der 11000 (eigentlich 11011) Frauen begab sich auf die Schiffe und "schwur auf einen neue Ritterschaft". Ursula unterwies ihre Gefährtinnen in der Übung der Gottesliebe und flößte ihnen "Mut und Unerschrockenheit" ein. Mit ihren Schiffen übten sich die Frauen - "spielerisch", vielleicht aber auch im Hinblick auf eine kriegerische Auseinandersetzung mit dem heidnischen Königssohn - in der Kriegsführung: "sie huben an in Krieges Weise Spiele zu spielen und fuhren (mit den Schiffen) bald zusammen, bald auseinander, bald erhuben sie Streit, bald gaben sie sich zur Flucht und übten sich in allerlei Spiel; und ließen nichts unversucht, was ihnen in den Sinn kam; unterweilen kehrten sie des Mittags wieder von ihrer Fahrt; unterweilen kaum des Abends" (Legenda Aurea). Auf einer Fahrt kamen sie nach Köln, das von den Hunnen belagert war, wurden von diesen überwältigt und erlitten alle das Martyrium. Ein Egelheer vertrieb daraufhin die Hunnen, so dass Köln durch den Tod Ursulas und ihrer Jungfrauen wunderbar errettet wurde.

Die Ursulalegende ist bestimmt vom Thema des "Kampfes" und der (geistlichen) "Ritterschaft". Ziel des Kampfes der Jungfrauen ist die Bekehrung der Ungläubigen und die Bewahrung der Jungfräulichkeit. Gerade in der frühen Neuzeit, der Zeit der in jeder Hinsicht "kämpferischen" Auseinandersetzungen zwischen den Konfessionen, gewann dieses Thema eine neue Brisanz. Ursula erschien als die ideale Führerin, ihr "Heer" oder ihre "Schar" wurde zum idealen Vorbild einer religiösen Frauengemeinschaft.

                                 (aus: "Mit Klugheit, Mut und Zuversicht!" - Angela Merici und die Ursulinen, von Anne Conrad, 1994)