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Dem Himmel ein Stück näher

In der Woche nach Ostern pilgerte das Geistliche Zentrum St. Angela aus Königstein mit 40 Teilnehmern nach Medjugorje, dem berühmten Marien-Wallfahrtsort in Bosnien-Herzegowina. Familien mit Kindern, Jugendliche und Erwachsene erlebten dort Tage, die von Gebet, Glaubensvertiefung und Gemeinschaft geprägt waren. Geistlich begleitet wurde die Gruppe von P. Konstantin Ballestrem LC und Sr. Bogumila Mlynarczyk USJK. Es war bereits die dritte Wallfahrt dieser Art.

Stationen einer Wallfahrt

Jeden Morgen nahm die Pilgergruppe an der deutschsprachigen Heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Jakobus teil. Am Abend folgte das internationale Gebetsprogramm mit Rosenkranz, Beichtgelegenheit, Eucharistiefeier und Anbetung. Zwischen diesen festen Zeiten blieb Raum für weitere geistliche Stationen und persönliche Begegnungen.

Gleich am ersten Tag bestiegen die Pilger gemeinsam den Erscheinungsberg Podbrdo. Dort beteten sie den Rosenkranz und nahmen die besondere Atmosphäre des Ortes in sich auf. Ein weiterer Eindruck blieb beim Besuch des „Mutterdorfs“, das P. Slavko Barbarić OFM den 90er-Jahren gegründet hat. Ursprünglich ein Heim für Kriegswaisen, ist es bis heute ein Ort gelebter Nächstenliebe für Waise, Kinder, Männer und Frauen in Not.

Auch das Bekehrungszeugnis von Patrick Latta regte viele dazu an, über den eigenen Glaubensweg neu nachzudenken. Mirjam (16) und Silas (12) erzählen: „Uns hat es besonders gut bei Patrick und Nancy gefallen. Patrick hat seine Geschichte so lebhaft erzählt!“ Nämlich die Geschichte, wie er sich vom Gott „Geld“ zu einem treuen Sohn Marias bekehrt hat, und von Kanada nach Medjugorje gezogen ist.

Die erfahrene Pilgerleiterin Vikica Dodig führte die Gruppe an einem Nachmittag mit einem Einführungsvortrag in die Geschichte und Bedeutung des Wallfahrtsortes ein. Auch der Besuch der Kirche mit einer Ikone des Barmherzigen Jesus in Šurmanci, etwas außerhalb von Medjugorje, verbunden mit dem Reliquiensegen der heiligen Faustina und des heiligen Johannes Paul II., bewegte viele Teilnehmer tief.

Ein weiterer Höhepunkt war die Kreuzwegandacht auf den Kreuzberg Križevac hinauf. Dort trugen die Wallfahrer ihre Anliegen und Gedanken im Gebet nach oben und erfuhren eine tiefe Nähe zu Christus im Leiden, im Kreuz und in der Hoffnung der Auferstehung. Vera sagt dazu: „Das Beten des Kreuzwegs um den Auferstandenen herum hat mich bewegt. Den Auferstandenen immer im Blick, in der Nähe zum Alltag und zum Leben – das war für mich ein Sinnbild für das Mittragen des Kreuzes, während man dennoch mitten im Leben steht.“

Natur, Osterfreude und neue Kraft

In diesem Jahr machte die Gruppe auch einen Ausflug zu den Kravica-Wasserfällen. Dort wurde spürbar, dass zum Glauben auch die Freude an Gottes Schöpfung gehört. Auf der Fahrt dorthin schlug P. Konstantin eine geistliche Brücke zwischen Wallfahrt, Schöpfung und Ostern: „Ähnlich wie bei einer Wallfahrt, finden wir auch in der Schönheit der Natur, in Gottes Schöpfung, die Erholung. „Rekreation“, wie Ordensleute oft Zeiten der Ruhe und des geschwisterlichen Beisammenseins nennen, kommt aus dem Lateinischen „recreatio“. Das bedeutet soviel wie „Wieder-Erschaffung, Neuschöpfung“, oder eben Erholung. Gott spricht in der Schöpfung zu uns, schenkt uns Ruhe und möchte unser Herz neu formen und unsere Kräfte für den Alltag erneuern. Neue Schöpfung, das passt genau zu Ostern und in die Osteroktav!“

Erfahrungen, die bleiben

Alle diese Stationen waren von Gebet, Austausch und echter Gemeinschaft geprägt. Viele Teilnehmer nahmen verschiedene Eindrücke mit nach Hause, die sie auch im Alltag weiter begleiten werden. Clemens, der mit seiner Familie bereits zum zweiten Mal dabei war, erzählt: „Die Begegnung mit Bischof Aldo war berührend. Er strahlte so viel Güte und Liebe aus.“ Während seine Tochter Nuria (16) sich besonders an einen stillen Abend erinnert: „Mir hat es besonders gut gefallen, als wir nach dem Essen auf den Erscheinungsberg gelaufen sind. Es war schon dunkel, und die Wege waren nur zum Teil beleuchtet.“ Sr. Bogumila schließlich, die zum ersten Mal dabei war, berichtet: „Medjugorje hat meine Gewissheit gestärkt, dass die ‚Gospa‘ nie ihre Kinder vergisst. Sie sucht auch heute Wege, uns zu Jesus zu führen. Der Heilige Geist kann aus dem oft steinigen Boden unseres Herzens einen ‚Erscheinungsberg‘ machen, einen Ort des Lichtes.“

Medjugorje ist kein Ort, den man nur besucht. Viele nahmen von dort eine Erfahrung mit nach Hause, die im Herzen nachklingt. „Hier berühren sich Himmel und Erde“, fasst Veronika zusammen. „Ich war einfach zu Hause.“